Tempel der Alten

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Der Tempel der Alten


Im Jahr 4 ndW, kurz nach der Regenzeit, fand die Rotte Diams per Zufall ein Loch im Wüstenboden. Dieses Loch führte direkt in einen verlassenen Bluttempel, der vor der Zeit des Seelenschlags von den Abtrünnigen Aijnan um Drachad genutzt wurde, um grauenhafte Blutrituale durchzuführen. Dies unter der Anleitung der Seevicya, die, wie zu vermuten ist, auch bei der Errichtung des Tempels tatkräftig geholfen haben. Noch während der Erkundung durch Diams Rotte wurde ein weiterer Tempel gefunden. Direkt unterhalb des Tempels der Krakendämonin. Dieses Bauwerk war nicht nur erheblich größer als der Bluttempel, er war, wie sich später heraus stellte, schon zu dem Zeitpunkt des Niedergangs der Aijnan vor 4.000 Jahren uralt. Sogar sehr viel Älter noch, als die Zeit der Erstbesiedlung durch die Elben.

Da sofort beim betreten des Tempels durch die Rotte deutlich wurde, dass dies ein Tempel der Göttin war, wurde er umgehend zu einem großen Forschungsprojekt der Aijnan und ihren befreundeten Völkern.

Deswegen soll hier der der grundsätzliche Aufbau des Tempels, wie auch die bisherigen Erkenntnisse über ihn dargelegt werden.

Der Tempel der Alten, wie er genannt wird, liegt noch unter dem ehemaligen Bluttempel tief im Wüstensand etwa 20 Minuten Fußmarsch nordöstlich von Ahinjamuhr begraben. Der momentan benutzte Eingang ist nicht der Ursprüngliche, sondern wurde vom Bluttempel aus in das Dach des Tempels hinein geschlagen. Von dort aus kommt man in eine gewaltige Halle, die gute 150 Schritt durchmisst und so vieleckig ist, dass sie durchaus als rund bezeichnet werden kann. Die Decke wird von Steinsäulen getragen, die mit verschlungenen, floralen Mustern verziert sind. Die Halle, wie auch der gesamte Komplex zeugen von höchster Steinbaukunst. Dominiert wird die Halle in der Mitte von einer überlebensgroßen Statue einer Frau. Die Statue hat eine schimmernde Aura reiner Kraft um sich und stellt unzweifelhaft die Göttin in der Vorstellung ihrer Erbauer dar. Da sie eher menschliche Züge hat, wird davon ausgegangen, dass die Erbauer ebenso eher Menschen glichen. Durch das Alter des Tempels bedingt, kann es sich aber nicht um Siedler auf Balapur handeln. Das Alter wird auf um die 200.000 Jahre geschätzt. Deswegen wird der Tempel der Alten schon kurz nach dessen Entdeckung von den Völkern Thrumumbahrs als Beweis angesehen, dass es einmal Ureinwohner auf Balapur und auch Thrumumbahr gab, die es heute nicht mehr gibt.

Westlich des momentanen Eingangs befindet sich eine weitere Halle. Diese wird ebenfalls durch Säulen gestützt. Die Mitte bildet auch hier die Statue einer Frau, die identisch ist mit der Statue in der großen Halle ist. Jedoch ist sie eher kleiner als lebensgroß. Auch wurden an ihr noch keine besonderen Kräfte gefunden. Man vermutet, dass die Halle einzig zu Göttinnendiensten und Ritualen genutzt wurde. Die Decke dieser Halle läuft, anders als in der Haupthalle, in einem konischen Bogen zusammen. Durch ein Wort der Macht kann diese Decke einfach verschwinden und zwar bis zu den Säulen, die in einem Kreis die Kuppel tragen. So konnten alle Rituale unter freiem Himmel stattfinden.

Südlich der Haupthalle ist eine weitere Halle, eigentlich die Größte des Tempels, jedoch verliert sich die Größe durch die Weite bei gleichzeitig niedriger Decke. Nicht Säulen, sondern Wände sind hier das stützende Element. Jedoch sind diese niemals schließend gebaut worden. Die gesamte Halle hat somit einen offenen Charakter. Ihre Struktur lässt auf einen gewaltigen Versammlungssaal schließen, der eher an eine überdimensionale Wohnung erinnert. Es wird vermutet, dass die Erbauer des Tempels ausgesprochen gesellig waren und wenig Hang zu Privatsphäre hatten. Hier befindet sich auch einer der beiden ehemaligen Eingänge zu dem Tempel.

Im Osten der Haupthalle befindet sich ein weiterer Saal, der ähnlich dem im Süden ist. Er ist erheblich kleiner. Die Funde legen nahe, dass hier die Priester der Göttin lebten und sich auf ihre Dienste an der Herrin vorbereiteten. Jedoch gibt es auch Grund zu der Annahme, dass hier Kranke gepflegt wurden. Außerdem gibt es hier kleinere, abgeschiedene Räume, die wahrscheinlich nicht zum Schlafen, aber zum Gespräch unter vier Augen genutzt wurden.

Schlussendlich ist noch im Norden von der Haupthalle aus gesehen die letzte Halle. In ihr befinden sich Waschräume, Räume die zur Erholung und Entspannung genutzt wurden, die sanitären Anlagen, aber auch eindeutig rituelle Einrichtungen, die der Heilung und Rehabilitation dienten. Am Ende der Halle befindet sich ein Feld, das einst wohl ein Kräutergarten war. Auch hier ist es möglich mit einem Wort der Macht, die Decke so zu verändern, dass die Sonne ungehindert hinein scheinen kann. Jedoch verschwindet die Decke nicht vollkommen, sie wird nur glasklar. Der zweite ehemalige Eingang ist hier zu finden.

Viele offene Fragen, gerade zu den Erbauern, gibt es, aber die Erkenntnisse, die man gewinnen konnte, lassen auf ein kulturell hochstehendes Volk schließen, das tief in der Baukunst und den Heilkünsten bewandert war. Ob es sich dabei um ein früheres Wächtervolk der Göttin handelte und ob der Tempel ein allein stehender Komplex war, oder Teil einer urbanen Landschaft, ist hingegen noch unbekannt.

Jedoch haben die Aijnan und ihre befreundeten Völker es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele der offenen Fragen zu klären. Außerdem soll der Tempel nach Abschluss der Forschungsarbeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Denn schon vor 200.000 Jahren wurde hier die Göttin angebetet. Dieselbe, daran besteht kein Zweifel, die von drei der vier Völker, die auf Thrumumbahr leben, verehrt wird.